Schwarze Schatten

Bericht von den 60 Seemeilen von Berlin 2017

Schlafdefizit, zerschundene Hände, aufgeschlagene Knie, blaue Flecken, wundgesessene Hinterteile und Muskelkater von vorne bis hinten – das heißt es also, an den 60 Seemeilen teilzunehmen.

Wir – das sind Zsuzsanna Orcsik und ich – hatten bereits zweimal an der Regatta teilgenommen. 2015 wurde das Rennen nach nur einer laaangen Runde bei Nullkommanull Wind beendet, 2016 haben wir das Rennen nach vier Runden bei zuletzt auch Null Wind vorzeitig beendet. Es war romantisch, diese Rennen über Nacht zu segeln. Die seglerische Herausforderung war es aber eher, über die Distanz nicht einzuschlafen die Konzentration zu verlieren.

Ganz anders dieses Mal. Bereits drei Tage vorher war starker böiger Wind für die ganze Renndauer vorgesagt. Die Vorhersage sollte sich auch bis zum Rennbeginn nicht ändern. Würden wir also endlich einmal die volle Distanz unter guten Bedingungen fahren können?

Vor dem Start habe ich das Boot mal wieder von allem unnötigen Ballast befreit: Außenborder, Tank, Campinggedöns, und was sich sonst noch alles über ein Jahr ansammelt. Sicher knapp 50 kg, was, auf das Bootsgewicht von 650 kg unserer Fareast 18 übertragen, etwa 7 % ausmacht. Am Wind sicher nicht so entscheidend, aber essentiell, das Boot vor dem Wind ins Gleiten zu bringen.

Außerdem wird noch der Gennaker geflickt, der jetzt auch schon bald ein Jahr keine frische Luft mehr geschnuppert hatte.

Außer uns werden von der SVH noch Andreas Klatt, mit Jana Mätz und Philipp Klatt auf ihrer Albin Accent sowie die Pinguin-Crew auf ihrem Kreuzer teilnehmen. Beides sehr erfahrene und eingespielte Regattateams.
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60 Seemeilen 2016

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2016 fanden wieder einmal die 60 Seemeilen von Berlin statt. Aus der SVH hatten sich Andreas, Rainer und ich mit unseren Booten gemeldet. Meine Fareast hatte sich bei leichtem Wind bei der letzten Clubwettfahrt mit einer zwei Mann starken Crew als konkurrenzfähiger dargestellt, als mit drei Personen, so dass ich nur Zsuzsanna und mich gemeldet hatte.

Am Vorabend vor der Regatta haben wir noch schnell das Halsen unter Gennaker geübt, um uns am Wettkampftag nicht vollends zu blamieren. Dennoch fallen wir nach wie vor in die Startgruppe Jung und vor allem Unerfahren.

Das Boot segle ich dann Freitag nachmittags direkt nach der Arbeit noch schnell einhand zum PYC, um die Startnummer und das Programm abzuholen. Bei böigem Wind bis 5 Bft sorge ich ohne Außenborder kurz fürs Hafenkino, komme dann aber irgendwie doch aus der Box. Der Stößensee will mich aber vorerst nicht freigeben. Der Wind dreht, wie es ihm gefällt. Bis auf freies Gewässer vergeht eine Ewigkeit. Um 17:00 Uhr ist Start und ich muss noch Zsuzsanna und die Nummer vom PYC abholen. Das wird knapp.
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