Achterbahn

Beim Frühstück schaue ich mir unser Vorstag am Masttopp genauer an. Der Splint, der das Vorstag und damit auch den Mast am Umfallen hindert, ist gebrochen. Der Mast muss gelegt werden, um das zu reparieren.

Nachdem wir im U-Boot-Museum waren, trommeln wir zwei kräftige Männer zusammen, die uns dabei helfen. Als Mastkran stand uns nur ein überdimensionierter Hafenkran für 100 EUR die Stunde zur Verfügung. So erledigen wir den Austausch des Splints für ein paar Dosen Bier.

Um 13:00 gehts los nach Lohme. Ein kurzer Schlag von 9 sm. Zwei Stunden Fahrt.

Wir starten nur mit Vorsegel, welches uns bei 5 Bft bequem auf Reisegeschwindigkeit katapultiert. Vorbei an den Kreidefelsen mit dem Königsstuhl. Die Sonne strahlt, aber am Horizont zeichnen sich dunkle Wolken mit Ansätzen von Windhosen ab.

Um die Ecke am Königsstuhl rum dreht der Wind gegenan. Wir setzen das Groß ins 1. Reff. In Böen steht jetzt 6 Bft auf der Logge. Am Wind surfen wir bis zu zwei Meter hohe Brecher mit über 6 kn runter. Ein Höllenritt, aber auch ein Riesenspaß. Wenn man nicht aufpasst, geht direkt ein Brecher übers Boot.

Das erste Mal alleine bei solchen Bedingungen unterwegs. Hier und da halt es noch, aber das bekommen wir in den nächsten Tagen besser hin: Stichwort Anleger in Lohme bei 20 kn und Seitenwind. Großes Hafenkino.

Das schlechte Wetter hat uns allerdings umschifft, so dass wir den Abend im Restaurant mit Meerblick und Sonnenuntergang ausklingen lassen.