Swinemünde

Um 05:30 Uhr stehen wir auf, um mit dem Bus nach Stettin zu fahren. Aufgrund einer Grenzkontrolle (!) kommen wir erst mit einer Stunde Verspätung an.

Punkt zwölf ist alles an Bord verstaut und der neue Wantenspanner eingebaut. Die Rollanlage ist etwas schwergängig und knackt beim Rollen. Der Fehler lässt sich ohne Mastlegen allerdings nicht lokalisieren, also fahren wir erstmal los.

Bei 8 – 10 kn Wind fahren wir unter Segel mit Motorunterstützung Richtung Stettiner Haff. Wir haben fast 40 sm vor uns und wollen nicht zu spät in Swinemünde ankommen.

Aus dem Hafen von Stettin wird ein riesiges Schiff mit Windradplattformen von zwei Schleppern Richtung Ostsee bugsiert. Wir folgen ihm in respektvollen Abstand.

Endlich an der Odermündung angekommen, können wir den Motor stoppen und bewegen uns nur noch mit Windkraft.

Der Wind bläst nun mit bis zu 18 kn bei wenig Welle aus etwa 90 Grad AWA. Unser Schiff ist zwar überladen, kommt aber trotzdem ins Gleiten. Die Logge fällt nicht mehr unter 6 kn. Topspeed 6,8 kn. Ein toller Ritt.

Auf halber Strecke schläft der Wind jedoch ein und dreht gegenan, so dass wir den Rest motoren. Die Rollanlage fällt komplett aus. Irgendein Teil blockiert. Vorerst ist also turnen auf dem Vordeck angesagt.

Gegen Sieben laufen wir im Hafen von Swinemünde ein. Wir bahnen uns den Weg zwischen großen Fähren und grauen Marineschiffen.

Kurz vor Ziel fängt es dann an, wie aus Kübeln zu schütten und wir werden komplett durchnässt, bis wir endlich anlegen. Das Ölzeug im Schiffsinneren ist dafür schön trocken geblieben.

Swinemünde ist eine vom Fährhafen geprägte Stadt, aber jetzt am Samstagabend trotzdem schon verschlafen. Wir finden aber noch ein nettes kleines polnisches Restaurant und lassen den Abend ausklingen.